Chinesische Mauer - Das Wahrzeichen Chinas

Sehenswuerdigkeit in der Volksrepublik China - Die Chinesische Mauer

Grösstes Bauwerk der Welt?

Das Wahrzeichen Chinas, die Chinesische Mauer, ist in Hinblick auf Masse und Volumen das größte Befestigungsbauwerk der Welt. 1955 wurde die große Mauer für den Tourismus freigegeben und 1987 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Seit Juli 2007 gilt die Mauer als eines von „Die neuen sieben Weltwunder“.

Die Chinesen nennen ihre Mauer „Wànlǐ Chángchéng“, was wörtlich übersetzt „10.000-Li-Mauer bedeutet. Ein Li ist ein althergebrachtes chinesisches Längenmaß und wird heute mit umgerechnet 500 Metern angegeben. Daneben existiert die Kurzbezeichnung „Chángchéng“, was „Lange Mauer“ bedeutet.

Ihren Ursprung hat die Chinesische Mauer im 3. Jahrhundert vor Christi, als bereits mehrere Schutzwälle miteinander verbunden wurden.

Wie lang ist die Chinesische Mauer?

Heute misst die große Mauer offiziell insgesamt rund 21.196 Kilometer, enthält 43.721 Einzelobjekte und erstreckt sich über 15 Provinzen, Städte und autonome Gebiete.

Genauer genommen handelt es sich bei der Chinesischen Mauer nicht um eine einzige lange Mauer, sondern vielmehr um eine Anordnung verschiedener, teils nicht einmal miteinander verbundener Abschnitte, die sowohl eine unterschiedliche Bauweise als auch ein unterschiedliches Alter aufweisen.

Seitenwege, Rundwege, Parallel-mauern sowie Parallel-bereiche unterbrechen das Linien-bild der Großen Mauer.
An einigen Stellen bilden Flüsse sowie Berge eine natürliche Grenze.

Der Weg der Langen Mauer ist bizarr.
Er führt durch zerklüftete Landschaft und schlängelt sich steile Hänge hinauf und wieder hinab.
Wer auf der Mauer spaziert, der genießt ein atemberaubendes Panorama.

Am bekanntesten - sowie nach Renovierungen wieder gut erhalten - sind die Teilstrecken Mutianyu und Badaling in der Nähe Pekings.

Chinesische Mauer Karte

Chinesische Mauer Karte

© Henning und Karin von flashpacker-travelguide.de - vielen Dank für die tolle Karte

 

Diese Karte von der Chinesischen Mauer ist durchaus hilfreich um den eigenen Besuch an die Lange Mauer zu Planen.
In der Karte sind die zu wandernden Teilabschnitte eingezeichnet.

 

 

Entstehung & Geschichte

Man nimmt an, dass mit dem Bau der Chinesischen Mauer bereits im 7. Jahrhundert vor Christi begonnen wurde, als China noch aus vielen kleinen Staaten bestand.
Untersuchungen ergaben, dass höchstwahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts vor Christi Mauerabschnitte als Schutz gegen sich gegenseitig bekämpfende Chinesen hinzukamen. Zur besseren Stabilität mischte man damals dem festgeklopften Lehm Reisig und Stroh bei.
Kaiser Qin Shihuangdi, Begründer der Qin-Dynastie und des Kaiserreichs China, der uns aufgrund der berühmten Terrakottaarmee bekannt ist, ließ bereits vorhandene Schutzwälle nach der Vereinigung Chinas (221-206 v. Chr.) miteinander verbinden und erweitern. Das uns heute als Chinesische Mauer bekannte Bauwerk wurde geboren. Wegen nicht vorhandenen Lehms arbeitete man damals mit aufeinander gestapelten Natursteinplatten.
Einstiger Grundgedanke war, das chinesische Kaiserreich gegen die Mongolen und andere Angreifer aus dem Norden zu schützen. Zahlreiche Beobachtungstürme dienten dazu, den Angreifer rechtzeitig zu bemerken und bei Gefahr Alarm per Feuerzeichen zu geben. Mittels dieser Methode erreichte die Nachricht auch den Kaiser in Peking, der dann wiederum Soldaten losschicken konnte.
1493 - während der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) - befehligte Kaiser Hongzhi den Bau der Ming-Mauer. Absicht war, sich gegen die Mongolen zu schützen sowie den Handel besser überwachen zu können. Man spricht davon, dass dort rund 300.000 Soldaten zur Verteidigung stationiert waren. Die Mauer lief entlang der Bergkämme und bestand im Äußeren aus gebranntem Stein oder Naturstein, im Inneren aus Lehm, Schotter und Sand.
Der Mauerbau war eine mühselige – und sicherlich auch kostspielige - Angelegenheit, bei der zahlreiche Arbeiter ihr Leben lassen mussten.
Im Prinzip wurde in nahezu jeder chinesischen feudalen Dynastie an der Mauer gebaut, so dass diese im Laufe der Jahrhunderte stets vergrößert wurde und weitere Abschnitte hinzukamen. Die letzte Arbeitsphase fand im 17. Jahrhundert statt und maß 8.851 Kilometer. Heute gilt dieser Teil als Hauptmauer und ist der von Touristen am häufigsten besuchte Abschnitt.
Der flämischen Kartograf Abraham Ortelius ließ 1584 auf der ersten in Europa gedruckten Karte die Chinesische Mauer erkennen. Als Länge wurde damals 2.336 Kilometer angegeben, was jedoch viel zu wenig war.
In den Jahren 1927 bis 1935 entdeckten der schwedischer Geograph, Topograph und Entdeckungsreisender Sven Hedin sowie der schwedische Archäologe Folke Bergman in der Wüste Lop Nor Reste der Großen Mauer. Erst im Jahre 2000 wurden die chinesischen Wissenschaftler auf die durch Bergman in seinem Buch beschriebenen Überreste aufmerksam und machten sich im darauffolgenden Jahr auf die Suche nach den Signaltürmen. Rund 500 Kilometer westlich der Festung Jiayuguan wurden sie fündig. Diese Stelle galt als das westlichste Ende der Mauer. Heute nimmt man an, dass das Mauerende nicht hier gelegen hat und dass dieser Abschnitt zum Schutz der Handelskarawanen, die sich auf der Seidenstraße befanden, gedacht war.

Gehört die Chinesische Mauer zu den sieben Weltwunder?

1987 erklärte die UNESCO die Chinesische Mauer zum Weltkulturerbe, und 2007 nahm eine Art Privatinitiative dieses gigantische Bauwerk in die Liste für „Die neuen sieben Weltwunder“ auf.

Große Teile der Chinesischen Mauer befinden sich heute in einem sehr schlechten Zustand oder fehlen gar ganz. Bewohner der umliegenden Orte rauben die Steine für den Bau ihrer Häuser und der Straßen. Andere Teile wurden mit Graffiti verziert oder demontiert, um Platz für Bauprojekte zu schaffen. Einige Abschnitte jedoch wurden restauriert und 1955 für den Tourismus freigegeben.
Seit dem Jahre 2006 setzt man sich für den Schutz der Mauer ein. Daher ist es auch verboten, Steine zu entnehmen.

Absicht & Bestimmung

In der Vergangenheit war die Chinesische Mauer als eine Art Grenzbefestigung gedacht. Sie sollte Schutz vor Angreifern und Feinden bieten sowie der Verteidigung dienen. Geschützt werden sollten die Bewohner des chinesischen Kaiserreiches gegen Raubüberfälle und Angriffe. Man fürchtete vor Allem die Mongolen sowie die Invasionen der Angreifer aus dem Norden und dem Nordwesten. Zu bestimmten Zeiten diente die Mauer auch als Schutz vor den untereinander verfeindeten chinesischen Staaten.
Ferner gewährte sie Handelsreisenden auf der Route der Seidenstraße Schutz und hatte die Funktion einer Art Informations- und Gütertransports inne.
Die zahlreichen Türme der Chinesischen Mauer beherbergten etliche Soldaten und waren Getreide- sowie Waffenspeicher.
Heutzutage ist dieses gigantische Bauwerk eine überaus begehrte Touristenattraktion bei Menschen aus aller Welt.

Weitere Fakten

Die Chinesische Mauer verläuft von West nach Ost. Der westlichste Punkt liegt in der Wüste Lop Nur. Der östlichste Eckpunkt befindet sich bei Shanhaiguan am Gelben Meer. Im Westen besteht das Baumaterial hauptsächlich aus gestampfter Erde, während die östliche Mauer aus Stein gemauert wurde.
Insgesamt dauerte der Bau der Mauer, wie wir sie in den heutigen Tagen vorfinden beziehungsweise erahnen können, mehrere Jahrhunderte. Man sagt, sie wurde mit „Weisheit, Widmung, Blut, Schweiß und Tränen gebaut“. Quellen wissen davon zu berichten, dass alleine beim Bau zwei bis drei Millionen Chinesen ihr Leben lassen mussten. Am Bau beteiligt waren Soldaten sowie Kriegsgefangene, Verurteilte und zur Arbeit gezwungene Bauern.
Um die Großartigkeit und die Größe der Chinesischen Mauer zu unterstreichen, behauptete man jahrelang, man könne sie mit bloßem Auge aus dem Weltall sehen. Diese Behauptung konnte jedoch von keinem der Astronauten bestätigt werden. 2005 entstand jedoch aus rund 400 Kilometern Höhe von der Raumstation ISS aus ein Foto, das die Chinesische Mauer erkennen ließ. Das war der Beweis dafür, dass man sie zwar nicht mit bloßem Auge, jedoch mit einem Teleobjektiv einfangen könne. Ob jedoch die geringe Höhe von 400 Kilometern wirklich als „Weltraum“ bezeichnet werden kann, darüber sind sich viele Menschen uneinig.

Legenden

Wie um alle größeren Sehenswürdigkeiten, ranken sich auch um die Chinesische Mauer einige Legenden. Eine davon will wissen, dass die Arbeiter, die beim Bau verstarben, im Mauerwerk selbst ihr Grab fanden.
Eine andere Erzählung besagt, dass die Witwe Meng Jiangnv nach dem Tod ihres Mannes, der beim Mauerbau starb, so bitterlich weinte, dass ein Teil der Mauer einstürzte. Dabei wurden die Knochen des Ehemannes freigelegt und die Frau konnte den Leichnam begraben. Auch die Geschichte eines Vaters und seines Sohnes, die sich verloren glaubten und in Xifengkou wiederfanden, zählt zu den Legenden rund um die Chinesische Mauer.
Eine weitere Legende rankt sich um den Bauabschnitt bei Huanghuacheng: Der dortige Feldherr, dessen Aufgabe darin bestand, den Bau zu beaufsichtigen, soll irrtümlich wegen zu hoher Ausgaben geköpft worden sein. Später nahm man diese Anschuldigung zurück und der Feldherr wurde verehrt.

Tourismus

Der bekannte chinesische Revolutionär und Parteiführer Mao Tse-tung meinte einst: „Wer die große Mauer nicht bestiegen hat, ist kein richtiger Kerl.“ Das mag vielleicht bei einigen Chinesen die Motivation zum Besuch der Chinesischen Mauer sein. Aber nicht nur sie, auch Menschen aus der ganzen Welt besuchen rund ums Jahr dieses einzigartige Bauwerk.
Etliche der Abschnitte sind verfallen und nicht für den Besuch freigegeben. Andere Mauerteile hingegen wurden restauriert, so dass sich hier alljährlich insgesamt rund zehn Millionen Touristen tummeln. An den offiziellen Besuchspunkten kann man die Mauer nicht nur bestaunen, man kann sie besteigen und auf ihr meist mehrere Kilometer lang entlangwandern.
Die beiden bekanntesten Streckenabschnitte sind bei Mutianyu und Badaling nahe der chinesischen Hauptstadt Peking.
Überhaupt ist Peking der Ausgangsort zahlreicher Reisender, die die Chinesische Mauer besichtigen wollen. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind gut und beinahe jedes Hotel bietet Tagesausflüge an. Selbstverständlich lässt sich die Besichtigungstour auch individuell planen und durchführen.
Wer es weniger großstädtisch mag, findet Quartier entlang der Mauer in einem der nördlich von Peking gelegenen Orte. Sie haben sich auf Mauer-Besucher spezialisiert. Zu den bekanntesten Touristen-Orte zählen - neben den bereits erwähnten Badaling und Mutianyu - noch Huanghua Cheng, Juyongguan, Jinshanling und Simatai.
Bevor man die Besichtigungstour angeht, sollte man folgendes wissen:
• Für die Besichtigung beziehungsweise Besteigung der Mauer ist ein vergleichsweise geringer Eintrittspreis zu zahlen.
• Man sollte mindestens einen halben Tag einplanen. Etwas Proviant, auf jeden Fall jedoch etwas zum Trinken gehören daher in den Rucksack.
• Der Weg über die Mauer ist anstrengend, denn er führt entlang der Bergspitzen. Das bedeutet, dass es auf teils schmalen und nicht immer gleichmäßig hohen Treppen beinahe permanent steil hoch und genauso steil auch wieder runter geht. Entsprechendes Schuhwerk ist dringend angesagt.
• Im Sommer kann es auf der Mauer sehr warm werden, im Winter hingegen weht nicht selten ein kalter Wind. Das erfordert entsprechende Kleidung.
Eine Wanderung auf der Chinesischen Mauer verspricht eine fantastische Aussicht. Je nach Wetterlage und Tourismusaufkommen kann man dabei wunderschöne Erinnerungsfotos machen.
Leider bringt der Touristenansturm auch Nachteile mit sich: An einigen Stellen liegt viel Müll herum, und an manchen Tagen kann man vor lauter Menschen die Attraktion als solche kaum genießen.

Wichtige Daten & Fakten in Kürze

• Offizielle Länge: 21.196,18 km
• Länge aus der Ming Dynastie: 8.851 km
• Ausdehnung über 43.721 Einzelobjekte und Standorte
• Höhe der Mauer: rund 6 bis 12 Meter
• Breite der Mauer: rund 4 bis 10 Meter
• Alter: über 2300 Jahre
• Beinahe ein Drittel der Mauer ist durch Erosion sowie den Menschen spurlos verschwunden.
• Erste Rekonstruktion und Instandsetzung, um die Große Mauer der Öffentlichkeit zugänglich zu machen: 1957 im Teilabschnitt bei Badaling.
• 1987 Aufnahme ins UNESCO Weltkulturerbe
• Zahlreiche Steine der Mauer fielen während der Kulturrevolution (1966 – 1976) dem Raubbau zum Opfer.
• Man nimmt an, dass bis zu 25.000 rund 12 Meter hohe Türme im Abstand von einigen hundert Metern entlang der Mauer verteilt waren. Sie dienten als Signaltürme und Waffenlager und boten bei Angriffen Schutz. Reste solcher Türme wurden nahe der alten Handelsstadt Kaschgar gefunden.
• Es wird vermutet, dass der nordwestliche Teil der Mauer in etwa 20 Jahren ganz verschwunden sein wird. Grund: Nutzung durch die Menschen sowie Ausbreitung der Wüste.
• Im Guinness-Buch der Rekorde ist die Strecke zwischen Shanhaiguan, Yumenguan und Yangguan mit einer Länge von 3.460 Kilometern als „längste Mauer der Welt“ eingetragen.

Chinesische Mauer Karte Great Wall of China map